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25Apr

Radeln zum Länderrät

Einen Tag nach der 120 km langen Menschenkette zwischen den norddeutschen Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel, versammeln sich grüne Delegierte aus allen Bundesländern in Köln. Der OV Ehrenfeld, der erstmals mit Arndt Klocke um ein Direktmandat in NRW kämpft, wird Gastgeber des ersten Länderrates in 2010 sein. Auch ich werde als Ersatzdelegierte für NRW mit dabei sein. Hier geht’s zur Tagesordnung und zu den Anträgen.

Natürlich wird es auch ein starkes Zeichen gegen Atomkraft geben, damit die Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Landesregierung am 9. Mai bei der Landtagswahl in NRW ausfällt. Und ich fahre völlig natürlich emmissionsfrei zur Vulkanhalle in der Lichtsstraße. – mit dem Rad zum Nachbar-OV.

24Apr

die Gewinnerinnen bei Politissimo

Am 23. April 2010 stieg wieder die traditionelle Politinfotainmentveranstaltung   der Kölner BDKJPolitissimo” . Eingeladen waren junge Menschen aus den Jugendverbänden und PolitikerInnen aller Parteien aus Köln, die  in entspannter Atmosphäre am Rheinufer beim LVR zusammentrafen.
Zu den Themenblöcken Finanzierung der Jugendverbandsarbeit, Weiterentwicklung der Offenen Ganztagsschule und zur Jugendarbeitslosigkeit wurde engagiert debattiert und die Unterschiede zwischen den Parteien sehr schnell deutlich. Es galt aber auch, gleichzeitig eine schmackhafte Zusammenstellung am Grill zustande zu bringen. Ich entschied mich mit meiner Grillmasterin Karin für Spießchen aus Putenfleisch (leider nicht BIO!!!) und Paprika und Zwiebeln mit einem leichten Gemüse-Kräuterquark. Zwischendurch hatten wir die Möglichkeit Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Und dabei ging es ziemlich rund: Berufsorientierung, Engagement im Jugendverband versus G8 und Ganztagsschule, Kürzungen in der Jugendhilfe auf kommunaler und auf Landesebene, ehrenamtliches Engagement in Zeiten von Bachelor und Master und und und…

Besonders die Einschätzungen der Regierungspartei CDU hätten Viele interessiert, leider schickte sie aber keine/n Vertreter/In, so mußte Anselm Riddermann aus Innenstadt Süd Rede und Antwort stehen, was ihm etwas schwer fiel. Auch Elisabeth Sachse von der PdL tat sich etwas schwer, ihre Retrothemen schmackhaft zu vermitteln. Einen fliegenden Wechsel legte die SPD hin, wo erst Martin Börschel/SPD Kandidat in Nippes/Ehrenfeld zum Angrillen erschien und dann Ingrid Hack/Innenstad-Süd auf vegetarische Kost umschwenkte. Die Krönung war natürlich die Pämierung des Grünen Grill Teams. Der hart errungene Goldene Kochlöffel wird eine Ehrenplatz in unsere Wohnküche bekommen.

Meine grünen Themen an dem Abend waren eine systematische Berufsorientierung für Mädchen und Jungen, individuelle Förderung von Anfang an, der Zusammenhang zwischen guter Kinderbetreuung und Frauenerwerbsquote und die Notwendigkeit einer Kommunikation auf Augenhöhen zwischen Schule und Verbänden. Die Vermeidung des typischen Politsprechs und eine klare Haltung, auch wenn sie nicht immer den Erwartungen der jungen EhrenamtlerInnen entsprach, waren mir wichtig. In langen Gesprächen nach dem Ende des offiziellen Teils,  konnte ich mich mal wieder von dem großen politischen Durchblick des Nachwuchses überzeugen. Gerade die jungen Frauen von der Maltheserjugend zeichneten sich in der Diskussion durch hohes Demokratieverständnis und beeindruckendes Engagement in politischen Fragen aus.

Toll, daß es solche Jugendverbände gibt! Dieser Abend hat einmal mehr bewiesen, daß die Gelder in diesem Bereich eine wirkliche Investition in die Zukunft sind.

dom_abends

24Apr

Opferschutz in der EU

Die Spanische Präsidentschaft hat die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen als eine ihrer Prioritäten definiert. Mit der Vorlage für eine Richtlinie über die Europäische Schutzanordnung hat sie ihr Versprechen in die Tat umgesetzt.

Hauptanliegen der Richtlinie (RL) ist der grenzübergreifende Opferschutz. Der RL Entwurf sieht vor, dass der einer Person in einem Mitgliedstaat gewährte Schutz in jedem anderen Mitgliedstaat, in den die betreffende Person umzieht oder umgezogen ist, aufrechterhalten und fortgesetzt wird. Dieser Schutz schließt selbstverständlich auch Kinder ein. Die RL definiert eine geschützte Person als “eine Person, deren Leben, physische oder psychische Integrität, Freiheit oder sexuelle Integrität Gegenstand des Schutzes ist, der aufgrund einer durch den Anordnungsstaat erlassenen Schutzmassnahme gewährt wird”[1].
Es gibt dabei zwei Haken. Es ist 1.) nicht klar, ob die Ratspräsidentschaft diese Initiative starten darf, und 2.) ob der Opferschutz in die Kompetenz der EU fällt oder nur nationalstaatlich geregelt werden darf.

1.) Initiativen für Gesetzesvorlagen gehen in der Regel von der EU Kommission aus, aber mit Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon am 1. Dezember 2009 kann auch der Rat Gesetzgebungsverfahren starten. Der Vorschlag der Spanischen Regierung zur Europäischen Schutzanordnung wird unterstützt von Belgien, Bulgarien, Estland, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen, Portugal, Rumänien, Finnland und Schweden (Deutschland ist nicht dabei!)

Auf Ratsebene haben aber nun einige EU Mitgliedsstaaten – wie auch die EU Kommission – Bedenken angemeldet. Hauptproblem ist Rechtsgrundlage (Artikel 82). In einigen EU-Mitgliedstaaten werden nationale Opferschutzmassnahmen in strafrechtlichen Verfahren getroffen, in anderen Mitgliedstaaten jedoch als zivilrechtlich oder verwaltungsrechtlich angesehen. Die Kommission will vielleicht einen eigenen Vorschlag machen. Die Kommission ist gegen Art. 82 und gegen den Aufgabenbereich, wie ihn der Rat definiert.

2.) Aus einzelnen Mitgliedsländern wurden Subsidiaritätsbedenken angekündigt – also ob die EU in diesem Bereich ueberhaupt entscheiden darf. Der Deutsche Bundesrat hat zum Beispiel schon seine Opposition signalisiert

Das Europäische Parlament ist mitbestimmend in das Gesetzgebungsverfahren eingebunden. Gleich zwei Ausschüsse, der Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) sowie der Ausschuss für die Rechte der Frau und Gleichstellungspolitik (FEMM), diskutieren und entscheiden gleichberechtigt die Position des EP. Das EP wird die Beratungen zur Opferschutz-RL in der kommenden Woche in beiden Ausschüssen starten. Das Problem ist aber, dass es kein verbindliches Dokument des Rates bzw. der Präsidentschaft gibt, da sich die Vorlage komplett ändern kann (Rechtsgrundlage, Inhalt). Deswegen wissen FEMM und LIBE z. Zt nicht, auf welcher Grundlage sie die Änderungsanträge formulieren sollen. Deadline fuer Anderungsantrage ist bis jetzt der 2. Juni.

Die Grünen im EP begrüßen die Initiative der Spanischen Präsidentschaft. Selbstverständlich hat für uns der Opferschutz höchste Priorität, wie immer die Rechtsgrundlage in dieser RL definiert wird. Allerdings gehen unsere Forderungen weiter. Seit Jahren fordern wir mit Nachdruck von der EU-Kommission, endlich ein umfassendes Rechtsinstrument, d.h. eine Richtlinie vorzulegen, um Gewalt gegen Frauen auf allen Ebenen wirksam bekämpfen zu können[2].

Für die konkrete Überarbeitung des vorläufigen Präsidentschaftsvorschlags greifen die Grünen im Europaparlament gerne auf Anregungen zurück. Bitte senden an: franziska.brantner@europarl.europa.eu.
[1] Europäische Union, Der Rat, 22 Januar 2010, Initiative für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die europäische Schutzanordnung, S. 9

[2] Entschliessung des Europäischen Parlaments vom 26 November 2009 zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, B7-139/2009.

22Apr

Bildungsstreik in Köln

das grüne Trio

In NRW sind heute SchülerInnen und Studierende für eine bessere Bildung auf die Straße gegangen. In Köln versammelten sich die DemonstrantInnen an zwei verschiedenen Treffpunkten um auf dem Barbararossaplatz aufeinander zu treffen und gemeinsam bis zum Heumarkt zu ziehen. Mitten drin natürlich die Kölner Grünen und die Grünen Jugend, sowie Campus Grün.
Auf Plakaten in Köln hieß es zum Beispiel “Sterbehilfe für die Bildung” oder “Freiheit muss sich bilden” oder “Reiche Eltern für alle!”  Einige der DemonstrantInnen trugen Masken mit den Gesichtern von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

Robin (GJ) und Arndt

Auf Plakaten in Köln hieß es zum Beispiel “Sterbehilfe für die Bildung” oder “Freiheit muss sich bilden” oder auch “Reiche Eltern für alle”. Einige der jungen DemonstrantInnen trugen Masken mit den Gesichtern von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

Die Grüne Jugend undsoweiter

Der AStA der Uni Köln schätzte die Zahle auf 4000 Teilnehmende. Die Proteste verliefen friedlich, aber lautstark. Die Batacuda Truppe ‘Rythm of Resistance’ lieferte den passenden Lärmpegel. Am 5.5. geht es weiter. Dann wird der Düsseldorfer Landtag Ziel des Protestmarsches sein. Bei Bildungsstreik Köln findet man mehr Infos. Grüne werden natürlich wieder dabei sein.

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