Direkt nach der Didakta, hatten Viele noch nicht genug vom Thema Bildung. Am 21.März zug es viele grüne ‘Bildungshungrige’ aber auch andere Interessierte in die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck zum Bildungskongress.
Bildung stellt wichtige Weichen für die Entwicklung eines Menschen. Zugang zu guter Bildung
ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der demokratischen Teilhabe. Spätestens seit PISA wissen wir: Deutschland braucht bessere Bildung, um sowohl leistungsfähiger als auch gerechter zu werden – Bildung von Anfang an in besseren Kitas, in einer neuen Schule mit längerem gemeinsamen Lernen und in gebührenfreien Hochschulen. Wir setzen uns für gerechte und leistungsstarke Schulen mit längerem gemeinsamen Lernen aller Kinder ein. Wie soll das aussehen? Was sind die richtigen Schritte dahin? Wie schaffen wir es, angesichts der drängenden Herausforderungen einen Bildungskonsens zu erreichen, der Gräben überwindet und Mehrheiten für Reformen schafft? Diese und andere Fragen wollten die Grünen mit Lehrenden und Lernenden, Eltern, Interessierten und Engagierten diskutieren.
Slyvia Löhrmann stimmte die TeilehmerInnen auf den Tag ein. Die Kernpunkte ihrer Rede:
Unser Ziel: Eine leistungsfähige gemeinsame Schule für alle Kinder. Und das schließt Kinder mit Behinderung ausdrücklich ein. Wir wollen die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen konsequent umsetzen.
Der Weg: Wir wollen in den Kommunen den Weg frei machen für eine Schulentwicklung hin zur Integration, die gerade im ländlichen Raum längst begonnen hat. Wir wollen, dass alle Bildungsgänge pädagogisch und organisatorisch zusammengeführt werden können. Das wollen wir durch konkrete Anreize befördern, wie kleinere Klassen, Qualifizierung und Unterstützung. Zehn Prozent der Schulen aller Schulformen pro Jahr, das ist unser ehrgeiziges Ziel.
Diese Schule der Zukunft ist leistungsstark. Weil sie kein Kind beschämt, zurücklässt, aussortiert. Alle Kinder können ihre Talente optimal entfalten. Lisa und Ayse, Leon und Murat wachsen an Herausforderungen und werden so zu starken Persönlichkeiten.
Sie kommen zu besseren Leistungen und höheren Bildungsabschlüssen auch im internationalen Vergleich.
Diese Schule der Zukunft ist vielfältig. Die Schulentwicklung im Kreis Steinfurt wird anders verlaufen als die in Aachen.
Eine Schule im Essener Süden ist anders als eine im Essener Norden. Denn es gibt unterschiedliche Sozialräume, und deshalb müssen wir Schulen unterschiedlich ausstatten und sie werden auch unterschiedlich arbeiten.
Die Schule der Zukunft ist gerecht – in fast keinem Land der OECD entscheidet der Geldbeutel so deutlich über den Bildungserfolg wie in Deutschland.
Kinder aus sozial schwachen Familien müssen in Deutschland deutlich bessere Leistung bringen, um auf das Gymnasium zu kommen.
Kinder aus Armutsmilieus finden sich überwiegend in Haupt- und Förderschulen wieder.
Deutschland ist trauriger Spitzenreiter in der sozialen Exklusion. Kinder mit Behinderungen und sozialer Benachteiligung sind außen vor. Das alles ist beschämend für uns und unser Bildungssystem.
Leistungsstark, vielfältig, gerecht – so sind die Schulen der Zukunft. Und nur so werden wir beides erreichen: soziale Gerechtigkeit und bessere Bildungsergebnisse.
Unser Land steht vor großen Herausforderungen.
Um die zu meistern, brauchen wir alle Talente. Deshalb brauchen wir einen neuen Aufbruch in der Bildungspolitik:
- für jeden Einzelnen;
- für soziale Gerechtigkeit und sozialen Frieden;
- für die Wirtschaft und deren Zukunftsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft – damit die grüne industrielle Revolution gelingen kann;
- für die Demokratie.
Bildung ist der Schlüssel zu all dem. Bildung schafft Zukunft. Bildung ist Zukunft.
Wenn wir Grüne von Bildung sprechen, einen Bildungskongress veranstalten, dann meinen wir die ganze Bildung:
- Die Elementarpädagogik und die Stärkung der Familien, weil wir wissen: Auf den Anfang kommt es an! Wir brauchen nicht nur mehr Kita-Plätze, wir brauchen vor allem eine Qualitätsoffensive mit verlässlicher Finanzierung und gut ausgebildeten Fachkräfte.
- Den Bereich der Hochschulen. Auch die wollen wir fit machen für die Zukunft.
- Vor allem wollen wir, dass niemand aus sozialen Gründen vom Studium abgeschreckt wird. Deshalb müssen die Studiengebühren wieder abgeschafft werden.
- Wir meinen die Weiterbildung. Wir kommen nur erfolgreich durchs Berufsleben, wenn wir uns weiterbilden und qualifizieren.
Die ganze Rede von Sylvia Löhrmann. Hier.